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Amphibian disease monitoring in Baden-Württemberg

Beschreibung

Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren, und Krankheiten spielen dabei eine wichtige Rolle. In Deutschland breiten sich verschiedene Erreger wie der Salamanderpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal), der verwandte Pilz Batrachochytrium dendrobatidis (Bd), Herpesviren und Ranaviren aus. 

Im Rahmen dieses Projekts wird erstmals ein landesweites Monitoring von Amphibienkrankheiten in Baden-Württemberg durchgeführt. Als Teilnehmende des Humboldt reloaded-Projekts arbeitet ihr aktiv am Forschungsprozess mit: Ihr geht ins Gelände, sucht Amphibien, bestimmt die Arten und nehmt Hautabstriche. Dabei werden sowohl Froschlurche als auch Schwanzlurche beprobt – von offensichtlich erkrankten wie auch von gesunden Tieren.

Die Proben werden anschließend im Labor auf fünf verschiedene Krankheitserreger getestet: Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal), Batrachochytrium dendrobatidis (Bd), zwei Herpesviren (BfHV1, RaHV3) sowie Ranavirus. Ziel ist es, ein besseres Verständnis über die Verbreitung und Häufigkeit dieser Erreger zu gewinnen und ihre Auswirkungen auf die heimische Amphibienfauna zu bewerten.

Das Projekt bietet euch die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrungen in Feldarbeit, Probenentnahme und Krankheitsökologie zu sammeln und gleichzeitig aktiv zum Schutz der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg beizutragen.

Projektzeitraum
Wintersemester 2026/2027 und Sommersemester 2027
Bewerbungszeitraum
12. bis 26.10.2026
Durchführung
semesterbegleitend
Details zu Projektzeitraum und Durchführung

Das Projekt findet während der Amphibienwanderungssaison im Wintersemester 26/27 bis Sommersemester 2027 statt. Da wir auf aktuelle Meldungen von möglichen Krankheitsfällen reagieren, werden die genauen Termine für die Geländeeinsätze flexibel und kurzfristig festgelegt. Die Teilnehmenden sollten daher bereit sein, je nach Art und Fundort zu unterschiedlichen Tageszeiten ins Gelände zu gehen – teils frühmorgens an Amphibienschutzzäunen, teils abends oder nachts bei Salamandern.

Im Feld werdet ihr gemeinsam im Team Proben von Amphibien nehmen. Pro Standort sollen bis zu 60 Tiere (Frosch- und Schwanzlurche) beprobt werden, darunter auch Totfunde, die für weitere Untersuchungen archiviert werden. Alle Tiere werden sorgfältig untersucht, fotografisch dokumentiert und durch Abstriche getestet. Die Proben werden anschließend im Labor auf fünf Krankheitserreger (Bsal, Bd, BfHV1, RaHV3 und Ranavirus) untersucht.

Als Teilnehmende unterstützt ihr aktiv den gesamten Prozess – von der Geländevorbereitung über die Probenahme bis zur Auswertung der Ergebnisse. Ihr lernt dabei, Amphibien zu bestimmen, sachgerecht zu handhaben und wissenschaftlich zu beproben. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, alle Methoden werden im Projekt vermittelt.

Das Projekt erfordert Teamarbeit, Zuverlässigkeit und ein gewisses Maß an Flexibilität, bietet aber zugleich eine einzigartige Gelegenheit, praktische Feld- und Forschungserfahrung zu sammeln und aktiv zum Schutz der heimischen Amphibien beizutragen.

Studienfach
Agrarbiologie
Agrarwissenschaften
Agricultural Sciences in the Tropics & Subtropics
Biologie
Biologie - Lehramt
Crop Sciences
Earth and Climate System Science
Environmental Protection and Agricultural Food Production
Environmental Science - Soil, Water and Biodiversity
Landscape Ecology
Organic Agriculture and Food Systems
Betreuende
Margaret Eppli, Dr. Ann-Catrin Fender, Dr. Rer. Nat. Habil. Alexander Kupfer
Institut
Institut für Biologie (190) (101)
Sprache
deutsch/englisch
Teilnehmendenanzahl
min. 1, max. 2
Arbeitsaufwand
ca. 120 Stunden pro Teilnehmende:r | 4 ECTS-Punkte

Arbeitsaufwand (Stunden und ggf. ECTS) sind ungefähre Angaben. Die tatsächlich vergebenen ECTS-Punkte ergeben sich aus der tatsächlich geleisteten Arbeit.

 
Für dieses Projekt ist kein Motivationsschreiben des Studierenden erforderlich
Projektart
experimentell
Lernziele

Die Teilnehmende lernen in diesem Projekt:

  • Bestimmung von Amphibienarten sowie, Geschlechtsbestimmung im Feld.
  • Erlernen und Anwenden tiergerechter Fang-, Handhabungs- und Probennahmetechniken bei Amphibien.
  • Planung und Durchführung von Feldarbeit unter Berücksichtigung von Sicherheits-, Arten- und Seuchenschutzrichtlinien.
  • Dokumentation von Beobachtungen und Proben (Fotodokumentation, Protokollierung von Funddaten).
  • Verständnis von Krankheitsökologie und Monitoring-Konzepten bei Wildtieren.
  • Auswertung und Interpretation von Labordaten (PCR-Ergebnisse zu Pilz- und Virusnachweisen).
  • Grundlagen der statistischen Analyse von Prävalenz- und Befallsdaten.
  • Teamarbeit und wissenschaftliche Kommunikation, insbesondere Koordination und Datenaustausch im Feld- und Laborumfeld.
  • Reflexion des eigenen Forschungsprozesses, von der Hypothesenbildung bis zur Bewertung ökologischer und naturschutzrelevanter Ergebnisse.
Anmerkungen für Studierende

Für die Feldarbeit sollten Gummistiefel sowie festes Wanderschuhwerk mitgebracht werden. Fotografierkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung. Alle notwendigen Kenntnisse zur Bestimmung und Handhabung von Amphibien werden im Rahmen des Projekts vermittelt – Vorerfahrungen sind hilfreich, aber nicht erforderlich.

Schlagworte
Herpetologie, Baden-Württemberg, field work, Zoologie