From Waste to Value: Organisationen, Individuen und Praktiken der Circular Economy
- Beschreibung
Thema und Fragestellung
Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Unternehmen der Circular Economy begegnen diesem Problem nach dem „from waste to value“-Prinzip: Abfälle und Reststoffe werden nicht entsorgt, sondern als wertvolle Ressourcen begriffen und in neue Produkte überführt. Doch wie genau geschieht diese Aufwertung im Unternehmensalltag? Welche Akteure, Tätigkeiten und Prozesse sind daran beteiligt? Welche Bewertungskriterien entscheiden darüber, ob und wie Materialien ein zweites Leben erhalten? Diese und verwandte Fragen stehen im Zentrum dieses Forschungspraktikums.
Methodischer Ansatz
Das Seminar ist als empirisches Forschungspraktikum konzipiert. Aufbauend auf einer Einführung in einschlägige soziologische Theorien und Konzepte (u. a. Praxistheorie, Bewertungssoziologie, Organisationssoziologie) sowie einer methodischen Schulung erlernen die Studierenden qualitative Forschungsmethoden und wenden diese eigenständig an. Im Mittelpunkt stehen die Planung, Durchführung, Transkription und Auswertung von problemzentrierten Expert:inneninterviews mit Vertreter:innen von Unternehmen und Interessensvertretungen der Circular Economy. Die Datenauswertung erfolgt mit der Analysesoftware MAXQDA.
Ablauf und Seminarstruktur
Das Seminar wechselt zwischen Selbststudiumphasen (Screencasts, Lektüre, eigenständige Erhebung) und Präsenzterminen. Die Präsenztermine dienen der inhaltlichen Diskussion, methodischen Vertiefung und persönlichen Beratung der Forschungsgruppen. Das Seminar umfasst folgende Phasen: (1) Theoretische Grundlagen und Themenentwicklung, (2) Methodenschulung und Erarbeitung von Abstracts und Interviewleitfäden, (3) Eigenständige Erhebungsphase mit mind. zwei Interviews pro Person, (4) Auswertung und Ergebnispräsentation, (5) Schreiben der Seminararbeit. Die Ergebnisse werden außerdem in Form eines Gruppenposters bei der Humboldt-Reloaded-Tagung ausgestellt.
Leistungsanforderungen
Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen (3-5 Personen) und erbringen folgende Leistungen: (a) Verfassen eines Abstracts (250-500 Wörter) und Erarbeitung eines Interviewleitfadens, (b) Peer-Review von zwei Abstracts und Leitfäden von Kommiliton:innen, (c) Durchführung, Transkription und Auswertung von mindestens zwei Interviews je Person, (d) Präsentation und Diskussion der Ergebnisse anhand eines Gruppenposters, (e) Verfassen einer Seminararbeit (8-10 Seiten je Person). Die Bereitschaft zur Lektüre deutsch- und englischsprachiger Fachliteratur wird vorausgesetzt. Alle Daten werden DSGVO-konform erhoben und ausgewertet.
- Beschreibung des interdisziplinären Teils des Projekts
- Das Seminar verbindet Perspektiven aus der Soziologie, den Wirtschafts- und Nachhaltigkeitswissenschaften. Studierende aus verschiedenen Fächern analysieren gemeinsam in Kleingruppen, wie Akteur:innen der Circular Economy den Übergang von Abfall zu Wert organisieren – und verbinden dabei soziologische Konzepte (z. B. Bewertungspraktiken, Consumption Work) mit betriebswirtschaftlichen (z. B. Business Models) und nachhaltigkeitsbezogenen Perspektiven (z. B. Ressourceneffizienz). Die interdisziplinäre Zusammensetzung der Gruppen spiegelt sich in der gemeinsamen Erarbeitung von Forschungsfragen, der Durchführung von Interviews und der Diskussion der Ergebnisse im Plenum wider. Ziel ist eine umfassendere Antwort auf die Frage, wie die Transformation von "Waste" zu "Value" in der Kreislaufwirtschaft bewerkstelligt wird – eine Frage, die über einen fachdisziplinären Blick hinausgeht.
- Projektzeitraum
- Sommersemester 2026
- Bewerbungszeitraum
- 07. bis 20.04.2026
- Durchführung
- semesterbegleitend
- Details zu Projektzeitraum und Durchführung
Das Seminar findet semesterbegleitend im Sommersemester 2026 statt. Über das Semester verteilt wird es 6 Präsenztermine á 4 Stunden geben (genaue Zeiten und Orte werden nach der zentralen Zeit- und Raumplanung durch die Fakultät bekannt gegeben). Die Selbststudiumphasen zwischen den Präsenzterminen umfassen das Bearbeiten von Screencasts, eigenständige Literaturrecherche sowie die Erhebung, Transkription und Auswertung der qualitativen Interviews. Für Rückfragen der Studierenden jeglicher Art finden wöchentlich Online-Sprechstunden statt (Teilnahme freiwillig). Die Seminararbeit ist bis zum 16.08.2026 einzureichen.
- Studienfach
-
Digital Business Management
Sustainability & Change
Wirtschaftswissenschaften - Betreuende
- Dr. Ronny Ehlen
- Institut
- Institut für Bildung, Arbeit und Gesellschaft (560) (Soziologie (560F))
- Sprache
- deutsch
- Teilnehmendenanzahl
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min. 5, max. 25
(5-8 Kleingruppen mit max. 5 Teilnehmenden ) - Arbeitsaufwand
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ca. 180 Stunden pro Teilnehmende:r
| 6
ECTS-Punkte
Arbeitsaufwand (Stunden und ggf. ECTS) sind ungefähre Angaben. Die tatsächlich vergebenen ECTS-Punkte ergeben sich aus der tatsächlich geleisteten Arbeit.
- Für dieses Projekt ist kein Motivationsschreiben des Studierenden erforderlich
- Projektart
- empirisch
- Lernziele
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Die Teilnehmende lernen in diesem Projekt:
- Kernkonzepte, Theorien und empirische Befunde zur Circular Economy, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Ressourcennutzung benennen und erklären (Wissen und Verstehen)
- Einschlägige Forschungsfragen und Forschungslücken im Bereich Circular Economy und Bewertungspraktiken selbständig identifizieren und formulieren (Anwenden I)
- Qualitative Interviewmethoden (insbesondere problemzentrierte Expert:inneninterviews) planen, durchführen, transkribieren und mit MAXQDA systematisch auswerten (Anwenden II)
- Erhobene Interviewdaten analysieren, Kernkategorien herausarbeiten und empirische Befunde in Bezug zu theoretischen Konzepten setzen (Bewerten und Problemlösen)
- Eigene Forschungsergebnisse strukturiert verschriftlichen, in Form einer wissenschaftlichen Seminararbeit darstellen und in einer Gruppen-Posterpräsentation kommunizieren (Neues Schaffen)
- Anmerkungen für Studierende
Das Seminar richtet sich an Master-Studierende mit Interesse an empirischer Sozialforschung, qualitativen Methoden und/oder Nachhaltigkeitsthemen. Vorkenntnisse in soziologischen Grundbegriffen und -theorien sind hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Wichtige Hinweise: Die Bereitschaft zur Lektüre deutsch- und englischsprachiger Fachliteratur wird vorausgesetzt. Das Seminar erfordert Engagement in den Selbststudiumphasen: Screencasts sind vor den Präsenzterminen eigenständig zu bearbeiten. Die eigenständige Kontaktaufnahme mit Interviewpartner:innen aus Unternehmen der Circular Economy ist ein wesentlicher Bestandteil des Seminars. MAXQDA (Analysesoftware) wird für die Auswertung benötigt und ist über die Universität Hohenheim kostenlos verfügbar (VPN erforderlich). Alle Daten werden nach DSGVO-konformen Standards erhoben und ausgewertet. Bei Fragen vorab: ronny.ehlen@uni-hohenheim.de
- Schlagworte
- Soziologie, Nachhaltigkeit, Qualitative Methoden, Kreislaufwirtschaft, Empirische Sozialforschung