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Kleinvieh macht auch Mist: Nährstoffdynamik im Hühner-Agroforst

Beschreibung

Legehennen nutzen Freilandausläufe häufig räumlich ungleichmäßig. Besonders stark frequentiert werden stallnahe und strukturreiche Bereiche, etwa unter Bäumen oder in der Nähe von Hecken. Dieses Verhalten wird unter anderem durch das Bedürfnis nach Schutz vor Prädatoren beeinflusst, aber auch durch Faktoren wie Stallentfernung, Witterung und Nahrungsangebot.

Die längere Aufenthaltsdauer in diesen Bereichen führt zu konzentrierten Nährstoffeinträgen über die Exkremente. Dadurch entstehen kleinräumige Unterschiede in den Bodennährstoffgehalten, von wenig beeinflussten Flächen bis hin zu Nährstoff-Hotspots. Nicht von der Vegetation aufgenommener Stickstoff kann, insbesondere bei hohen Niederschlägen, als Nitrat in tiefere Bodenschichten und potenziell in das Grundwasser verlagert werden. Dies ist insbesondere in Wasserschutzgebieten relevant.

Agroforstsysteme mit Legehennen, in denen Bäume oder Hecken in den Auslauf integriert werden, bieten den Tieren potenziell Schatten und Deckung. Sie können eine weiter in den Auslauf reichende Flächennutzung fördern und durch tiefreichende Wurzelsysteme Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten aufnehmen. Gleichzeitig könnten Gehölzbereiche aufgrund ihrer Attraktivität für die Tiere selbst Nährstoff-Hotspots darstellen.

Bislang fehlen systematische Untersuchungen dazu, wie Stallentfernung und Gehölzbestand die räumliche und zeitliche Dynamik des mineralischen Stickstoffs im Boden beeinflussen. Das Forschungsprojekt untersucht daher auf einem Praxisbetrieb mit Agroforst-Legehennenhaltung über wiederholte Probenahmen die Verteilung mineralischen Stickstoffs im Boden. Ziel ist es, Empfehlungen für ein umweltgerechtes Auslauf- und Nährstoffmanagement abzuleiten.

Beschreibung des interdisziplinären Teils des Projekts
Dieses Projekt ist interdisziplinär ausgerichtet, da Tierwohl, Gewässerschutz und die ökologische Leistungsfähigkeit von Agroforstsystemen eng miteinander verknüpft sind. Je nachdem, wie Du Deine eigenen Forschungsschwerpunkte setzt, wirst Du Deine Fähigkeiten in den Bereichen Geflügelwissenschaften, Agrarökologie, Bodenkunde oder Agroforstwirtschaft weiterentwickeln. Methodisch kannst Du dabei eigene Akzente setzen: Das Spektrum reicht von der Erstellung räumlicher N_min-Verteilungskarten im Boden über Vegetationsaufnahmen zur Abschätzung der pflanzlichen Nährstoffaneignung bis hin zur Erfassung der Auslaufnutzung durch Verhaltensanalysen.
Projektzeitraum
Wintersemester 2026/2027 und Sommersemester 2027
Bewerbungszeitraum
12. bis 26.10.2026
Durchführung
semesterbegleitend
Details zu Projektzeitraum und Durchführung

Das Projekt startet mit einer ersten Besprechung im November. Die weitere Durchführung ist, bis auf die Notwendigkeit regelmäßiger Betriebsanfahrten zur Datenerfassung, flexibel und erfolgt nach Absprache.

Studienfach
offen für alle Studienfächer
Betreuende
Freya Zettl, Dr. Julia Schneider
Institut
Zentrum Ökologischer Landbau Universität Hohenheim (ZÖLUH) (309)
Sprache
deutsch/englisch
Teilnehmendenanzahl
min. 1, max. 3
Arbeitsaufwand
ca. 90 Stunden pro Teilnehmende:r | 3 ECTS-Punkte

Arbeitsaufwand (Stunden und ggf. ECTS) sind ungefähre Angaben. Die tatsächlich vergebenen ECTS-Punkte ergeben sich aus der tatsächlich geleisteten Arbeit.

 
Für dieses Projekt ist kein Motivationsschreiben des Studierenden erforderlich
Projektart
experimentell
Lernziele

Die Teilnehmende lernen in diesem Projekt:

  • Fundiertes Wissen über das Auslaufverhalten von Legehennen und die Nährstoffdynamik in Agroforstsystemen
  • Eigenständige Literaturrecherche sowie fachgerechte Durchführung feldbasierter Methoden (z. B. Bodenprobenahme, Vegetationsaufnahmen)
  • Auswertung von Felddaten und Laborergebnissen
  • Einblicke in die betriebliche Praxis an der Schnittstelle von Tierwohl, Gewässerschutz und Agrarrecht
  • Schulung wissenschaftlicher Fähigkeiten durch das interdisziplinäre Diskutieren und Präsentieren eigener Forschungsergebnisse im Team
Anmerkungen für Studierende
Schlagworte
Agroforst, Hühner, Nährstoffe, Boden