Von der Beobachtung zur wissenschaftlichen Erkenntnis – Herpetologische Citizen-Science-Daten prüfen
- Beschreibung
Die Landesweite Artenkartierung der Amphiben und Reptilien (LAK) ist ein Citizen-Science-Kooperationsprojekt von Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart (SMNS) und der Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg (LUBW). Seit 2014 werden im Rahmen des Projekts aktuelle Vorkommensdaten zu Amphibien und Reptilien in Baden-Württemberg erfasst.
Die im Projekt erhobenen Fundmeldungen werden von der LUBW für behördliche und bilden eine wichtige Datengrundlage unter anderem für die Roten Listen der Amphibien und Reptilien, FFH-Verbreitungskarten, Artenschutzmaßnahmen und wissenschaftliche Forschungsprojekte. Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.artenkartierung-bw.de
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Plausibilisierung der über einen Online-Zugang eingehenden Fundmeldungen. Dabei werden die Meldungen anhand festgelegter fachlicher Kriterien überprüft und bewertet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die mittlerweile weit über 120.000 Artendaten für weiterführende Auswertungen und die Erstellung eines wissenschaftlichen Posters bzw. einer Präsentation zu nutzen.
- Projektzeitraum
- Wintersemester 2026/2027
- Bewerbungszeitraum
- 12. bis 26.10.2026
- Durchführung
- semesterbegleitend
- Details zu Projektzeitraum und Durchführung
- Einführung in die Projektstrukturen, Datenbestände und Abläufe der Funddatenprüfung
- Plausibilisierung gemeldeter Amphibien- und Reptilienfunde nach vorgegebenen fachlichen Standards, insbesondere hinsichtlich:
- Artbestimmung anhand von Bild-, Video- und Audiodateien
- Entwicklungsstadium und artspezifischer Jahresrhythmik
- Verbreitung: Übereinstimmung des Fundortes mit dem bekannten natürlichen Verbreitungsgebiet
- Habitat und Fundumstände
- Dokumentation und Bewertung ungewöhnlicher Fundmeldungen, beispielsweise hinsichtlich Jahreszeit, Verbreitung oder Habitat
- Austausch mit den Projektkoordinatorinnen und weiterem Fachpersonal bei schwer bestimmbaren oder besonders interessanten Fundmeldungen
- Auswertung und Aufbereitung der geprüften Daten zur Erstellung eines wissenschaftlichen Posters und/oder einer PPTX-Präsentation
- Studienfach
-
Agrarbiologie
Biologie - Betreuende
- Margaret Eppli, Dr. Ann-Catrin Fender, Joanna Costello
- Institut
- Institut für Biologie (190) (KomBioTa (101))
- Sprache
- deutsch
- Teilnehmendenanzahl
- min. 1, max. 2
- Arbeitsaufwand
-
ca. 90 Stunden pro Teilnehmende:r
| 3
ECTS-Punkte
Arbeitsaufwand (Stunden und ggf. ECTS) sind ungefähre Angaben. Die tatsächlich vergebenen ECTS-Punkte ergeben sich aus der tatsächlich geleisteten Arbeit.
- Für dieses Projekt ist kein Motivationsschreiben des Studierenden erforderlich
- Projektart
- empirisch
- Lernziele
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Die Teilnehmende lernen in diesem Projekt:
Lernziele
- Einblick in die Abläufe und Organisation eines Citizen-Science-Projekts
- Praktische Erfahrung mit wissenschaftlichem Arbeiten in einem Citizen-Science-Projekt
- Vertiefung der Artenkenntnisse der heimischen Herpetofauna
- Erkennen und Bewerten artspezifischer Habitatstrukturen
- Einschätzung der Habitateignung für Amphibien und Reptilien
- Arbeiten mit Rohdaten und großen Datensätzen
- Praktische Erfahrungen mit Excel und GIS
- Aufbereitung, Analyse und Visualisierung von Daten
- Erstellung eines wissenschaftlichen Posters und/oder einer wissenschaftlichen Präsentation
Mögliche Fragestellungen
Im Rahmen der Tätigkeit können unter anderem folgende Fragestellungen bearbeitet werden:
- Wie lässt sich die Plausibilisierung von Fundmeldungen teilweise automatisieren, beispielsweise mithilfe von KI? Welche artspezifischen Parameter wären hierfür erforderlich?
- In welchen Rasterfeldern wurden bislang keine Funde dokumentiert und welche Ursachen könnten dafür infrage kommen?
- In welchen Rasterfeldern liegen keine oder nur wenige Meldungen vor und welche Gründe könnten hierfür verantwortlich sein?
- Wo zeigen sich Rückgänge bei den Nachweisen einzelner Arten im Vergleich zu vergangenen Projektjahren?
- Bei welchen Arten fehlen aktuelle Nachweise und welche Auswirkungen könnte dies auf die Beurteilung ihrer Verbreitung haben?
- Welche Habitate, beispielsweise bestimmte Gewässertypen, weisen Hinweise auf rückläufige Vorkommen einzelner Arten auf?
Je nach Interesse und Datenlage können weitere individuelle Fragestellungen entwickelt und bearbeitet werden.
Mitarbeit bei der jährlichen Veranstaltung für Interessierte und ehrenamtlich Mitarbeitende am 31.01.2027, Optional: Erstellung einer kurzen PPTX-Präsentation über das Humboldt Projekt
- Anmerkungen für Studierende
- Herpetologisches Vorwissen wird vorausgesetzt.
- Bereitschaft, die Kenntnisse über die heimische Herpetofauna mithilfe von Bestimmungs- und Fachliteratur eigenständig zu vertiefen. Bei Fragen stehen zusätzlich zwei Projektkoordinatorinnen unterstützend zur Verfügung.
- Persönliche herpetologische Interessensschwerpunkte können nach Möglichkeit bei der Aufgabenstellung berücksichtigt werden.
- Selbstständiges, sorgfältiges und zuverlässiges Arbeiten wird vorausgesetzt.
- Die Tätigkeit findet überwiegend im Homeoffice statt. Optional steht ein Arbeitsplatz im Bülowtower in Stuttgart zur Verfügung.
- Für die Tätigkeit wird aus Datenschutzgründen ein Laptop des SMNS bereitgestellt.
- Möglichkeit zur Teilnahme an persönlichen Besprechungen und Austauschterminen am SMNS.
- Bei Interesse besteht die Möglichkeit einer zukünftigen weiteren Mitarbeit über HR, beispielsweise:
- Feldarbeit bzw. Mitarbeit bei einer Projekterweiterung im SoSe 2027
- Datenprüfung im WiSe 2027/28
- Erweiterung des Tätigkeitsbereichs nach Interesse und Bedarf
- Dokument
- Schlagworte
- Herpetologie, Amphibien, Reptilien, Datenauswertung, Bestimmung