Wenn Wind zur Gefahr wird: Wie beeinflussen Gebläsescheuchen Insekten?
- Beschreibung
Bei der Mahd von Grünlandflächen werden viele Insekten und Spinnen getötet – ein bislang oft unterschätzter Einfluss auf die Biodiversität in Agrarlandschaften. Vor diesem Hintergrund entwickeln wir im Rahmen eines Forschungsprojekts neuartige Scheuchsysteme. Diese sollen Insekten während der Mahd aus der Gefahrenzone vertreiben und sie gezielt in ungemähte Refugialräume lenken.
Eine vielversprechende Technologie stellt dabei die sogenannte Gebläsescheuche dar, die Insekten gezielt aus dem Mähbereich wegbläst. Doch welche Auswirkungen hat ihr Luftstrom auf die Insekten selbst? In diesem Projekt kannst du untersuchen, ob und in welchem Ausmaß Insekten durch diese Form der Vergrämung geschädigt werden.
Zusammen überlegen wir uns kreative Lösungen für das Versuchsdesign und setzen diese um, sodass es möglichst naturnahen Bedingungen ähnelt. Du wirst Labortiere unterschiedlicher Größe und Robustheit (z. B. Heimchen, Weichwanzen oder parasitoide Wespen) einem Luftstrom aussetzen, ihre direkte Überlebensrate erfassen und die überlebenden Individuen im Labor beobachten, um ihre langfristige Lebensfähigkeit und Fortpflanzungsfähigkeit zu untersuchen und mit einer Kontrollgruppe zu vergleichen.
Das Projekt bietet dir spannende Einblicke in die experimentelle Forschung an der Schnittstelle von Ökologie und Agrartechnik. Als Studierende:r hast du die Möglichkeit, den Forschungsprozess aktiv mitzugestalten – von der Planung und Durchführung der Experimente über die Datenerhebung bis hin zur statistischen Auswertung. Darüber hinaus sammelst du praktische Erfahrung im Umgang mit Modellorganismen.
- Projektzeitraum
- Sommersemester 2026
- Bewerbungszeitraum
- 07. bis 20.04.2026
- Durchführung
- nach Absprache
- Details zu Projektzeitraum und Durchführung
Die praktischen Arbeiten können ab Juni/Juli beginnen. Sie werden vorab mit den Studierenden abgesprochen und sind relativ flexibel.
- Studienfach
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Agrarbiologie
Biologie - Betreuende
- Dr. Stefanie Erhardt, Jonas Frank
- Institut
- Institut für Biologie (190) (Chemische Ökologie)
- Sprache
- deutsch/englisch
- Teilnehmendenanzahl
- min. 1, max. 3
- Arbeitsaufwand
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ca. 120 Stunden pro Teilnehmende:r
| 4
ECTS-Punkte
Arbeitsaufwand (Stunden und ggf. ECTS) sind ungefähre Angaben. Die tatsächlich vergebenen ECTS-Punkte ergeben sich aus der tatsächlich geleisteten Arbeit.
- Für dieses Projekt ist kein Motivationsschreiben des Studierenden erforderlich
- Projektart
- experimentell
- Lernziele
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Die Teilnehmende lernen in diesem Projekt:
- Planung und Durchführung ökologischer Experimente
- Umgang mit Modellorganismen im Labor
- Erhebung und Dokumentation biologischer Daten
- Statistische Auswertung und Interpretation von Versuchsdaten
- Kritische Bewertung von Forschungsergebnissen
- Anmerkungen für Studierende
Das HR-Projekt wird im Rahmen des Projekts INSOEL angeboten. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität Hohenheim (Fachgebiet Grundlagen der Agrartechnik (440a), Institut für Agrartechnik und Institut für Biologie, Fachgebiet Chemische Ökologie (190t)) und der Universität Tübingen (Institut für Evolution und Ökologie).
Die praktischen Arbeiten werden vorab mit den Studierenden abgesprochen und sind relativ flexibel.
Du kannst dich gerne vorab bei den Betreuenden melden, falls du Fragen hast (stefanie.erhardt@uni-hohenheim.de; jonas_frank@uni-hohenheim.de.
- Schlagworte
- Biodiversität, Insektensterben, Mahd, Gebläsescheuche, Experimentelle Ökologie, Landwirtschaft