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Wiederbelebte Wurzeln – Traditionswissen für die Zukunft

Beschreibung

Hast du gewusst, dass das Verschwinden traditioneller Nutzpflanzen und essbarer Wildpflanzen nicht nur den Verlust von Arten bedeutet, sondern auch die Vielfalt unserer Ernährungsweise einschränkt? Mit dem Rückgang dieser Pflanzen gehen einzigartige Geschmacksrichtungen und wertvolle Nährstoffprofile verloren – ein Verlust, der weit über den bloßen Artenrückgang hinausgeht. Biodiversitätsverlust, Produktionssteigerung, Monokulturen, Klimawandel und zunehmende Umweltbelastungen tragen dazu bei, dass sowohl bedrohte Nutzpflanzen wie das Bamberger Hörnchen als auch traditionelle Wildpflanzen wie Papausa in Zentralamerika immer seltener werden und das damit verbundene Wissen zunehmend verloren geht.

Im Rahmen dieses Humboldt Reloaded Projekts werden wir untersuchen, wie existierende Initiativen weltweit das Wissen über diese Pflanzen bewahren und wieder nutzbar machen. Unser umfassender Review analysiert dabei erfolgreiche Ansätze wie Saatgutbanken, die Förderung regionaler, nachhaltiger Landwirtschaft und ethnobotanische Projekte.

Anschließend stehen dir verschiedene forschungsmethodische Ansätze zur Auswahl – du kannst selbst entscheiden, welche Ansätze du erproben möchtest oder auch eine Kombination mehrerer Methoden wählen. Hier sind einige mögliche Methoden:

  • Qualitative Interviews: Führe Experteninterviews mit Landwirten, Botanikern und Vertretern von Initiativen, um Einblicke in traditionelle Nutzungsmethoden und Erhaltungsstrategien zu gewinnen.
  • Fokusgruppen: Organisiere Diskussionsrunden mit Stakeholdern wie Studierenden, lokalen Gemeinschaften und Naturschutzorganisationen, um unterschiedliche Perspektiven und innovative Ideen zu sammeln.
  • Teilnehmende Beobachtung: Begleite Projekte vor Ort, dokumentiere praktische Herausforderungen und identifiziere Lösungsansätze im Umgang mit bedrohten Arten.
  • Citizen-Science-Projekte: Binde die Öffentlichkeit ein, etwa über Online-Plattformen, um Daten zu sammeln oder Erfahrungsberichte zu bedrohten Nutzpflanzen und essbaren Wildpflanzen zu archivieren.
  • Literatur- und Fallstudienanalysen: Wertet systematisch Publikationen und bestehende Fallstudien aus, um Erfolgsfaktoren und Herausforderungen globaler Initiativen herauszuarbeiten.

Dieses Projekt bietet dir die Möglichkeit, an einem zukunftsweisenden Thema zu arbeiten, das sowohl wissenschaftlich relevant als auch gesellschaftlich bedeutsam ist. Gemeinsam wollen wir nicht nur das Wissen um bedrohte Pflanzen bewahren, sondern auch ihre Bedeutung für eine vielfältige Ernährung und den Erhalt einzigartiger Geschmacks- und Nährstoffprofile wieder ins Bewusstsein rücken.

Projektzeitraum
Sommersemester 2025
Bewerbungszeitraum
01. bis 13.04.2025
Durchführung
semesterbegleitend
Details zu Projektzeitraum und Durchführung

Grundsätzlich findet das Projekt semesterbegleitend statt, mit wöchentlichen Treffen. Die genau Durchführung wird aber an die Möglichkeiten der Studierenden angepasst. Der Arbeitsaufwand ist entsprechend auch variable. 

Studienfach
offen für alle Studienfächer
Betreuende
Friederike Selensky
Institut
Institut für Sozialwissenschaften des Agrarbereichs (430) (Kommunikation und Beratung in ländlichen Räumen)
Sprache
deutsch/englisch
Teilnehmendenanzahl
min. 1, max. 5
Arbeitsaufwand
ca. 90 Stunden pro Teilnehmende:r | 3 ECTS-Punkte

Arbeitsaufwand (Stunden und ggf. ECTS) sind ungefähre Angaben. Die tatsächlich vergebenen ECTS-Punkte ergeben sich aus der tatsächlich geleisteten Arbeit.

 
Für dieses Projekt ist kein Motivationsschreiben des Studierenden erforderlich
Projektart
empirisch
Lernziele

Die Teilnehmende lernen in diesem Projekt:

In diesem Projekt werdet ihr euer Fachwissen über Biodiversitätsverlust, nachhaltige Landwirtschaft und den Umgang mit bedrohten Nutzpflanzen vertiefen. Ihr lernt, wissenschaftliche Fragestellungen systematisch anzugehen und verschiedene Forschungsmethoden – wie qualitative Interviews, Fallstudienanalysen oder Citizen-Science-Projekte – praktisch anzuwenden. Dabei arbeitet ihr interdisziplinär und nutzt Erkenntnisse aus Agrarwissenschaften, Ökologie und Sozialwissenschaften, um komplexe Herausforderungen aus mehreren Perspektiven zu betrachten.

Zudem sammelt ihr wertvolle praktische Forschungserfahrungen: Ihr erhebt Daten, analysiert bestehende Initiativen und bewertet diese kritisch. Eure Ergebnisse bereitet ihr in Berichten, Präsentationen und Diskussionsrunden auf, was eure Fähigkeiten in der wissenschaftlichen Kommunikation stärkt. Dabei fördert ihr auch euer kritisches Denken und eure Problemlösungsfähigkeiten – Kompetenzen, die euch helfen werden, zukünftige Herausforderungen in Forschung, Praxis und Politik erfolgreich zu meistern.

Anmerkungen für Studierende

Die einzige Vorraussetzung ist Spaß zu haben sich gemeinsam mit einem neuen Thema auseinanderzusetzen :)

Schlagworte
Pflanzen, Ernährung, Biodiversität